Eva Högl: Einbrüche in Deutschland

Eva Högl: Einbrüche in Deutschland

Eva Högl, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende in der SPD Bundestagsfraktion, schreibt:

Wohnungseinbrüche in Deutschland: Wirksam schützen und erfolgreich aufklären

Einbrüche führen nicht nur zu materiellen Schäden: Wer einmal Opfer eines Einbruchs geworden ist, fühlt sich oftmals in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Angesichts der steigenden Zahl der Einbrüche und der niedrigen Aufklärungsquote wächst die Angst der Bürgerinnen und Bürger, selbst Opfer eines Einbruchs zu wer-den. In manchen Gegenden werden sogar private Sicherheitsdienste beauftragt oder gar Bürgerwehren organisiert. Wenn das Gefühl entsteht, man könne sich nur noch selbst helfen, leidet das Vertrauen in die Arbeit von Polizei und Sicherheitsbehörden massiv. Das ist ein alarmierendes Zeichen für unseren Rechtsstaat.

UNSERE POSITION:

Schützen – bekämpfen – aufklären: Mit ganzheitlichen Ansatz gegen Wohnungseinbrüche.

Wohnungseinbrüche sind ein wachsendes Problem in Deutschland, das immer mehr Menschen umtreibt. Wir lassen die Bürgerinnen und Bürger mit der Sorge um die Sicherheit ihrer Wohnung nicht alleine.

Wer in Einbruchsschutz investiert, der soll eine staatliche Förderung erhalten, unabhängig davon, ob er in einer Mietwohnung wohnt oder Wohneigentum besitzt.

Um Fahndungsdruck und Aufklärungsquoten zu erhöhen, wollen wir eine bessere Ausstattung der Ermittlungsbehörden sowie einen intensiveren Austausch der Fahnder von Länder und Bundeskriminalamt.

Was aus unserer Sicht nichts bringt, sind höhere Strafen. Drei von vier Einbrüchen werden nicht aufgeklärt, da werden Täter auch ein höheres Strafmaß nicht fürchten.

Einbrecher abschrecken: Wir wollen Mieter, Wohnungs- und Hausbesitzer bei der Sicherung ihrer Wohnungen unterstützen. Davon müssen alle profitieren können, auch diejenigen, die keine Steuern zahlen, zum Beispiel viele Renter. Deshalb wollen wir Zuschüsse im Rahmen von KfW-Programmen aufstocken.

Aufklärungsquoten verbessern, Fahndungsdruck erhöhen: Wir wollen, dass sich Polizei von Bund und Ländern stärker vernetzen, um bundesweit agierenden Banden das Handwerk zu legen. Ziel muss sein, dass Wohnungseinbrüche genauso häufig aufgeklärt werden wie andere Straftaten. Um die Ausstattung der Ermittlungsbehörden zu verbessern, hat der Bund die Mittel der Bundespolizei um 100 Mio. Euro erhöht.

Organisierte Kriminalität bekämpfen: Wir wollen die Drahtzieher hinter bandenmäßigen Einbrüchen fassen. Deshalb fordern wir, dass bei Vermögen ungeklärter Herkunft eine Beweislastumkehr gelten soll.

UNSER ZIEL40% Aller Einbrüche scheitern im Ver-suchsstadium. 25% Mehr Wohnungs-einbrüche gab es seit 2010. 75% Aller Einbrü-che bleiben unaufgeklärt.

 

ZAHLEN – DATEN – FAKTEN

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Die Zahl der Einbrüche in Deutschland steigt seit Jahren, seit 2010 um 25%. Das hat Auswirkungen auf das Sicher-heitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger.

Etwa die Hälfte der Einbrü-che passiert am Tag.

Ca. 80% der Tatverdächti-gen sind Deutsche.

85% der Tatverdächtigen sind männlich und unter 40 Jahre alt.

Sicherheitstechnik hilft:

Die Zahl der gescheiterten Einbrüche steigt auch (32% aller Einbrüche 1999, 40% in 2013). Einbrecher lassen von ihrer Tat ab, wenn sie auf Wiederstände stoßen oder Nachbarn aufmerksam werden. Das zeigt: Sicher-heitstechnik ist wichtig und wirkt. Denn Abschreckung ist das A und O zur Einbruchssicherung. Ein Einbrecher, der länger als 5 Minuten braucht, um sich Zugang zu verschaffen, gibt meistens auf.

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Große regionale Unterschiede:

In den Ballungsräumen und Stadtstaaten (Bremen, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen) finden bis zu zehn Mal mehr Einbrüche statt als in den dünner be-siedelten Flächenländern wie Thüringen, Sach-sen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.
Mobile Intensivtäter:

Viele Einbrecher sind Gelegenheitstäter. Aber in den letzten Jahren sind in Deutschland vermehrt organisierte Banden zu beobachten, die syste-matisch Wohnungseinbrüche begehen. Die Lan-desregierung NRW spricht von „obilen Inten-sivtätern“, deren Verfolgung deutlich anspruchs-voller ist und mehr Kooperation zwischen den Ermittlungsbehörden erfordert.

 

Oktober 24, 2017
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