Gustav Herzog / Frank Strauss: Laaaangweilig – Sozen – Bashing

Gustav Herzog / Frank Strauss: Laaaangweilig – Sozen – Bashing

MdB Gustav Herzog meldet sich zu Wort über einen Artikel, der aus der Feder von Werbefachmann und Politikberater  Frank Strauss stammt. Dazu meint Gustav:

Mal ehrlich: Wer von uns war nicht irgendwann mal in den letzten Wochen und Monaten verwundert bis frustriert über die schlechten Umfragewerte der SPD auf Bundesebene – gerade, weil wir ganz unstrittig der Reformmotor der Koalition sind!?!

Frank Stauss, Werbefachmann, Politikberater, langjähriger Genosse und seit über 20 Jahren Wahlkampfprofi hat sich da auch so seine Gedanken drüber gemacht und eine hervorragende Kolumne auf seiner Webseite veröffentlicht.

Von Anfang bis Ende lesenswert – hier schon mal die Einleitung:

Frank Stauss: Laaaaangweilig: Sozen-Bashing

„Sozen Bashing ist wieder mal dran. Fröhlich und sinnbefreit wird aus der linken oder rechten Arschbacke gefurzt, dass einem ganz blümerant wird.

Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Einmal von ganz links bis ganz rechts und noch ein paar ältere Herrschaften aus der Mitte: SPD-Bashing ist angesagt. Und jeder hat einen Freifahrtschein. Die Grundlage allen Bashings: Schlechte Umfragewerte. Ja, das stimmt. Nicht schlechte Regierungsarbeit (im Gegenteil) oder schlechte Wahlergebnisse (die gibt es nämlich auch nicht), sondern schlechte Umfragewerte. Na, das ist ja mal eine ganz tolle Recherchearbeit. Vergessen ist das Mediendesaster bei der Bundestagswahl 2005 oder in Israel vor einer Woche oder in Frankreich am Wochenende – wo jedes Mal echte Wahlen die Umfragen zur Makulatur werden ließen. Und Schuld sind auch nicht die Institute, die jedem der es wissen will, ausdrücklich erläutern, dass eine Umfrage keine Prognose ist. Man könnte diesen Dilettantismus im Umgang mit Umfragen noch halbwegs entschuldigen, wenn eine Bundestagswahl irgendwo in der Nähe wäre. Ist sie aber nicht. Sie ist sage und schreibe über zwei Jahre entfernt. Bei realen Wahlen hingegen sieht die SPD wiederum gar nicht so schlecht oder sogar blendend aus, während die CDU gerne mal deutlich unter den Erwartungen zurückblieb: Hamburg (15,9%), Brandenburg (23%), NRW (26,3%).

Aber darum geht es jetzt gar nicht. Es geht eher darum, wie ernsthafte Journalisten einerseits einen Diskurs über die Zukunft des Landes einfordern, andererseits aber immer wieder ins rein Taktische zurückfallen. Um dann am Ende der SPD Taktieren vorzuwerfen.
Fassen wir zusammen: In der Essenz wirft man der SPD vor, ihre Wahlversprechen Schritt für Schritt umzusetzen, daraus aber keinen Vorteil ziehen zu können. Um diesen taktischen Vorteil zu erlangen, verlangt man von der SPD entweder mehr TTIP (Blome im Spiegel) oder weniger TTIP (Prantl in der SZ). Gleichzeitig verlangt man von der SPD aber, weniger taktisch zu agieren. Nun, das ist alles so fröhlich und sinnbefreit aus der linken oder rechten Arschbacke gefurzt, dass einem ganz blümerant wird.
(..)“

Den kompletten, absolut lesenswerten Beitrag von Frank Stauss findet Ihr hier:

http://frank-stauss.de/index.php/laaaaangweilig-sozen-bashing/

Oktober 24, 2017
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